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Dünndarmfehlbesiedlung - Ursachen - Diagnose - Behandlung

Was du rund um DDFB / SIBO wissen solltest - meine Erfahrungen

Frau mit Bauchweh auf der Couch

 

Eigentlich hatte ich schon seit meiner Kindheit einen empfindlichen Darm. Hülsenfrüchte, Salate und Kohlgemüse bekamen mir immer schon schlecht. Die Verdauung war eher unregelmäßig und mich plagten Blähungen, Verstopfungen und Durchfälle im Wechsel und Reizdarmsymptome aller Art. Da das in meiner Familie aber ein vertrautes Problem war und dies alle betroffenen Familienmitglieder stoisch hinnahmen und damit mehr oder weniger alt wurden, nahm ich diese Beschwerden vorerst nicht zum Anlass, etwas für meinen Darm zu tun.

 

Als ich meine Ernährung aber von vegetarisch auf vegan umstellte und noch mehr frisches Obst und Gemüse sowie mehr Hülsenfrüchte zum Decken meines Eiweißbedarfs zu mir nahm, wurden die Beschwerden unerträglich. Ich fühlte mich in meinem Körper nicht mehr wohl. Das ständige Wechselbad aus schmerzhaften Blähungen, einem kugelförmig aufgeblähten Bauch, Verstopfungen und Durchfällen machte mich mürbe, übelgelaunt, müde und erschöpft und störte mein gutes "Bauchgefühl", das ich fürs Schreiben, Bloggen und die Beratung meiner Kunden einfach brauche. Zusätzlich nahm ich ab, obwohl ich gut aß.

 

Zu meinem Glück kannte ich einen Heilpraktiker, der sich auf Magen-Darm-Problematiken (Gastroenterologie) spezialisiert hatte. An ihn wendete ich mich und befinde mich seitdem in einer umfassenden Behandlung. Meine bisherigen Erfahrungen und Tipps stelle ich dir hier im Blog nach und nach zusammen. Mögen sie dich inspirieren und auf deinem Weg zur Darmgesundheit unterstützen.

 

Zunächst ist es hilfreich zu klären, was genau eine Dünndarmfehlbesiedlung eigentlich ist. Los geht's!

 

 

Was genau ist eine Dünndarmfehlbesiedlung?

 

Bei einer Dünndarmfehlbesiedlung (DDFB) oder auch SIBO (small intestinal bacterial overgrowth) kommt es z.B. durch eine nicht ganz schließende Ileozäkalklappe (dem Verschluss zwischen Dünn- und Dickdarm) zu einer Besiedlung des Dünndarms mit Bakterien, die eigentlich in den Dickdarm gehören. 

 

Diese Bakterien verursachen Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Durchfall und Reizdarmsymptome. Sie behindern außerdem die Aufnahme von Nährstoffen (weil sie sie selbst auffuttern und dabei einiges an Gasen fabrizieren), schwächen den Dünndarm und damit das Immunsystem und können Grund für weitere Krankheitsbilder sein, wie z.B. Übersäuerung und Verschlackung des Körpers, Allergien und Unverträglichkeiten, geschwächte Leberfunktion oder das Leaky Gut Syndrom (eine geschädigte Darmschleimhaut, durch die Giftstoffe, die eigentlich über den Darm ausgeschieden werden sollten, in den Blutkreislauf gelangen. 

 

 

Gründe für eine Dünndarmfehlbesiedlung

 

gibt es viele, z.B. 

  • die oben erwähnte nicht richtig schließende Ileozäkalklappe 
    => zu behandeln z.B. mithilfe der Osteopathie

  • Stress & Anspannung
    => z.B. durch regelmäßige Entspannungsübungen & Meditation kannst du hier wirksam gegensteuern. Wenn du magst, schau mal in meine kostenfreien Meditationen rein. Auch das Loslassen innerer Antreiber und nicht mehr dienlicher Verhaltensweisen ist hier hilfreich. Siehe mein E-Book "Lebe frei!". Und langsames und achtsames Essen ist das A und O.

  • Fehlhaltungen & Bewegungsmangel
    => hilfreich sind hier Laufen, Joggen, Schwimmen, Walken, Yoga, Qi Gong, Feldenkrais u.ä.

  • Entzündungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Schilddrüsenunterfunktion, die Schädigung von Darmnerven, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder Aussackungen der Darmwand (Divertikel), in denen sich der Nahrungsbrei staut.
    => abzuklären mithilfe einer GastroenterologIn oder anderen ArztIn.

 

Dabei ist manchmal nicht immer ganz klar, welche Symptome nun Ursache oder Folge der Dünndarmfehlbesiedlung sind. ;-) 

 

Das Schöne ist allerdings, dass du selbst viel für dich und deine Darmgesundheit tun kannst, in dem du deinen Lebensstil überprüfst, mehr Bewegung und Entspannung integrierst, und langsam und achtsam ißt. Das ist perfekter Nährboden für eine baldige Gesundung und eine mögliche Behandlung mithilfe einer ÄrztIn.

 

 

Wie du eine Dünndarmfehlbesiedlung diagnostizieren kannst

 

DDFB oder SIBO wird mithilfe eines einfachen und unkomplizierten Atemgastests diagnostiziert. Diesen Test kannst du sogar zu Hause machen und dir oder der ÄrztIn deiner Wahl die Ergebnisse zuschicken lassen. 

Ich habe meinen Test allerdings beim Heilpraktiker gemacht, denn es gibt verschiedene Tests, die je nach Symptomatik von der TherapeutIn ausgewählt werden sollten. 

 

Wenn du Tests in Eigenregie machen möchtest (du kannst dich ja auch durch alle sechs Tests durcharbeiten), dann kannst du sie z.B. für derzeit jeweils 129,00 € bei Sibolab bestellen und nach Anleitung durchführen. Wegen Corona habe ich einen zweiten Test (mein Kontrolltest zur Feststellung des Behandlungserfolgs) tatsächlich daheim durchgeführt und das hat prima geklappt.

 

Mithilfe des Atemgastests kann der ungefähre Ort der bakteriellen Fehlbesiedelung im Dünndarm erfasst werden. So können dir ÄrztInnen und TherapeutInnen leichter eine passende Auswahl von Lebensmitteln und therapeutische Maßnahmen zur Verfügung stellen.

 

 

Die Behandlung von SIBO - Antibiotika oder nicht?

 

Aufgrund der Komplexität der Symptomatik und der Ursachen ist etwas Geduld bei der Behandlung gefragt. Außerdem finde ich eine gute Begleitung durch eine kompetente ÄrztIn oder HeilpraktikerIn sehr wichtig. Denn Dünndarmfehlbesiedlung ist nicht gleich Dünndarmfehlbesiedlung und je nach Typus des SIBO sollten unterschiedliche Therapien und Ernährungspläne beachtet werden. 

 

Viele Therapeuten wählen zur Behandlung von SIBO eine Antibiotikabehandlung. Ich persönlich wollte genau darauf verzichten. Denn meinen (zugegebenermaßen etwas kritischen Internetrecherchen nach) können diese Antibiotikagaben bereits nach einigen Monaten zu Rückfällen führen und außerdem die ohnehin geschwächte Darmflora zusätzlich beeinträchtigen.

 

Die Alternative besteht in einer strengen Diät, die je nach Typus der Fehlbesiedlung den Verzicht auf unterschiedliche Lebensmittel für 4 - 8 Wochen und danach eine sehr langsame Rückorientierung zur gewohnten Kost bedeutet. Ergänzend werden je nach Vor- und Nebenerkrankungen und nach Konstitution homöopathische, spagyrische oder phythotherapeutische Mittel empfohlen. 

 

Bei dieser Ernährungsumstellung spricht man auch von der FODMAP-Diät, bei der  auf fermentierbare Oligo-, Di-, Monosaccharide und Polyole“, (übersetzt vergärbare Mehrfach-, Zweifach-, Einfachzucker und mehrwertige Alkohole) zu verzichten ist. Diese Diät kann aber für jeden Patienten etwas anders aussehen und deshalb sind nicht alle FODMAP-Rezepte, die du im Netz findest, automatisch die richtigen für dich. Frag hier lieber zusätzlich deine ÄrztIn, HeilpraktikerIn oder ErnährungsberaterIn. Mehr zum Ablauf der 3-Phasen-FODMAP-Diät.

 

Meine FODMAP-Liste mit Lebensmitteln, die du während der Diät oder in der Aufbauphase essen darfst, findest du zum Abgleich mit deiner ÄrztIn oder Heilpraktikerin hier.

 

Der eine wie der andere Weg ist also durchaus zeitintensiv und birgt einige Höhen und Tiefen. So braucht es tatsächlich viel Eigenmotivation und Disziplin, um insbesondere den Weg des Lebensmittelverzichts zu gehen. Gemeinsames Essen mit Freunden, Restaurantbesuche und Partybuffets sind dann erst einmal gestrichen.

 

Aber es gibt doch erstaunlich viele Gerichte und Köstlichkeiten, die du dir gönnen kannst. Meine liebsten Rezepte für und insbesondere nach der strengsten Diät-Zeit stelle ich dir hier in meinen Blog ein. Überprüfe die Zutatenliste aber bitte immer sorgfältig! So vermeidest du Rückschläge. 

 

 

Bleib gesund und zuversichtlich!

Alles Liebe, deine Inga

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