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less waste - 10 Dinge, auf die du locker verzichten kannst

Ein Verzicht auf diese Dinge tut nicht weh und hilft der Natur

Blumen im Herbstlicht

Plastik und Papier sparen leicht gemacht

Jetzt im Frühherbst wird es im Garten ruhiger und ich habe wieder mehr Lust, meinen Haushalt zu pflegen und mir Gedanken darüber zu machen, auf was ich im Sinne meiner less waste Bemühungen getrost verzichten kann.

 

Schon in den vergangenen Jahren habe ich nach und nach einige Dinge aus meinem Haushalt verbannt, die nicht wirklich umweltfreundlich sind. Insbesondere auf Plastikmüll möchte ich noch mehr verzichten, denn dessen Ökobilanz ist wie wir alle wissen wirklich schlecht. 

 

Der WWF schreibt Folgendes dazu: 

"Die Herstellung, der Verbrauch und die Entsorgung von Kunststoffen haben erhebliche negative Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Umwelt und die Wirtschaft. Diese Effekte werden jedoch nicht im Marktpreis von Kunststoffen berücksichtigt. Laut eines neuen Berichts von WWF und der Beratungsfirma Dalberg müssen Regierungen und die Gesellschaft für jeden Dollar, den die Hersteller in die Plastikproduktion investieren, mindestens zehnmal so viel bezahlen, um die negativen Auswirkungen zu beheben. Die Lebenszeitkosten von Plastik, das 2019 produziert wurde, schätzt der Bericht auf 3,7 Billionen US-Dollar, das ist mehr als das Bruttoinlandsprodukt von Indien. Der allergrößte Teil der Kosten wird durch Schäden an Ökosystemen im Meer verursacht."

Quelle: https://www.wwf.de/2021/september/dunkelziffer-plastik

 

Wenn das nicht Anlass zum Umdenken ist!

 

Aber auch Papier möchte ich sparen. Nicht nur weil ich Bäume liebe und möchte, dass sie lange und glücklich ihr Dasein genießen können. Auch weil sie so wertvoll für uns und unseren Planeten sind.

 

Derzeit müssen Unmengen an Bäumen ihr Leben lassen, um Hygieneartikel, Papier und Kartonagen herzustellen. Meinen Recherchen nach muss jeder 5. Baum weltweit für die Papierproduktion (aller Arten) sein Leben lassen. 

 

Deutschland belegt in Sachen Papierverbrauch einen der weltweit führenden Plätze. Pro Kopf verbrauchen wir in etwa 250 Kilogramm Papier im Jahr. Das ist eine traurige Bilanz. Mehr Zahlen, Daten und Fakten findest du beim wwf.

 

Zeit für meine Tipps. Ich bin gespannt, was deine sind und freue mich auf deinen Kommentar.

 

 

1 Plastikfolie & Plastiktüten

Das Konzept der Plastikfolie hat sich mir noch nie erschlossen. Insbesondere weil sich ihre Nutzung als für mich nahezu unmöglich zeigte. Mir gelang es fast nie, ein brauchbares Stück Plastikfolie von der Rolle abzureißen. Und wenn neigte es zu spontaner Klumpenbildung und ließ sich kaum oder nicht flächendeckend über den Teller spannen.

 

Deshalb und wegen ihrer meist nur einmal möglichen Nutzung verabschiedete ich die Plastikfolie sehr früh aus meinem Haushalt. Zumal die Alternativen denkbar einfach sind: 

 

Was sich noch gehalten hat, sind Plastikgefrierbeutel. Auch wenn ich die meisten Gartenschätze in Vorratsboxen und Schraubgläsern einfriere, für die kleinen Lücken dazwischen bieten sich manchmal Gefrierbeutel an. Die nutze ich allerdings immer und immer wieder. Die derzeit noch im Haushalt befindliche Rolle Gefrierbeutel ist 25 Jahre alt und gerade einmal halb verbraucht. :-)

 

Alternativen:

=> Brotboxen oder Bienenwachstücher für die Stulle,

=> eine Glasschale mit Untertasse oder ein Schraubglas für Essensreste.

 

2 Alufolie

Irgendwann tauchte im Haushalt meiner Mutter Alufolie auf. Darin wurde mein Pausenbrot eingewickelt, Essensreste wurden damit abgedeckt und beim Grillen wurden die Kartoffeln darin eingewickelt. Ich wurde mit Alufolie groß und hielt sie eine Zeit lang für hilfreich. Doch mehr als zwei-, dreimal war sie beim besten Willen nicht zu nutzen, denn dann begann sie zu reißen und ließ sich nicht mehr glätten.

 

Utopia schreibt der Alufolie keine gute Ökobilanz zu. Denn Rohstoffabbau und Produktion sind umweltbelastend und energieintensiv, ihre Einsatzzeit ist kurz und gesundheitlich ganz unbedenklich ist sie nach Meinung einiger Experten auch nicht. 

 

Alternativen:

=> Brotboxen oder Bienenwachstücher für die Stulle,

=> eine Glasschale mit Untertasse oder ein Schraubglas für Essensreste

=> und Grillpfännchen für das Grillerlebnis.

 

3 (Feuchtes) Toilettenpapier

Am 26.August ist "Tag des Toilettenpapiers".  Das lernte ich während des Kochens. Denn da höre ich gern Radio (hier der Beitrag im BR).

 

Feuchtes wie trockenes Toilettenpapier erfreut sich insbesondere in Deutschland großer Beliebtheit. "Klopapier-Hamsterer" machten es uns zu Beginn der Coronakrise bewusst: Auf dieses Papier möchte der Deutsche ungern verzichten. 

 

Doch Wasserwerke weisen mit zunehmender Verzweiflung darauf hin, dass insbesondere feuchtes Toilettenpapier immer wieder zu großen Verstopfungen der Leitungssysteme führt, weil es nicht wasserlöslich ist. Gesund ist es auch nicht, so wissen Verbraucherschützer und Ärzte zu berichten. Und der Verbrauch an Zellstoff zur Herstellung des flauschigen Papiers ist auch nicht ohne.

 

Alternativen:

=> Ein regelmäßig abgekochter und heiß gewaschener Waschlappen. :-)

 

Mehr zu (m) einem Leben ohne Klopapier findest du in meinem Artikel " Unten ohne - Ohne Klopapier ist besser".

 

4 Küchenrolle

Was für das Toilettenpapier gilt, gilt in groben Zügen auch für das Küchenpapier. So angenehm es sein mag, mit einem Wisch alles wegzuputzen und dann zu entsorgen, so einfach ist aber auch die Alternative. Und seien wir ehrlich: Unsere Großeltern haben ihre Küchen immer küchenrollenfrei sauber gehalten: Mit einem Lappen. ;-)

 

Alternativen:

=> ein waschbarer Putzlappen.

=> ein selbst gestrickter Putzlappen (finde ich persönlich super, gibt es auch im Avocadostore oder bei Waschbär)

 

5 Papierservietten & Papiertaschentücher

So langsam wiederhole ich mich. Auch Papierservietten oder Papiertaschentücher sind ein- oder zweimal genutzte Wegwerfprodukte. Auch sie benötigen Energie in der Herstellung und beim Transport. Im Verkauf sind sie in der Regel im Plastikmantel erhältlich - ebenfalls ein Wegwerfprodukt.

 

Alternativen:

=> Stoffservietten & Stofftaschentücher.

=> In aller Ruhe und Achtsamkeit ohne zu kleckern essen. ;-)

=> Papierservietten aus Cafés & Restaurants mitnehmen und als Wischtuch / Küchenpapier wiederverwenden.

 

6 (Papiertüten) für Obst, Gemüse und Brot

Die Freude über die in vielen Medien gepriesenen Papiertüten als Alternativen für Plastiktüten hat sich so gar nicht auf mich übertragen. Sind doch auch Papiertüten ein Wegwerfprodukt, wenn auch biologisch abbaubar. Hinzu kommt der enorm hohe Papierverbrauch in Deutschland (siehe oben), der viel zu vielen Bäumen das Leben kostet.

 

Alternativen:

=> Brotbeutel oder Leinentücher aus Biobaumwolle (mehr dazu in meinem Artikel "Nie mehr Brot wegwerfen")

=> Stoffbeutel für Obst und Gemüse.

 

Wie du dich auf den verpackungsfreien Einkauf vorbereitest, liest du hier "Einkauf im unverpackt-Laden Servus Resi". Selbstverständlich kannst du Einiges davon auf den Einkauf in dem Lebensmittelladen deiner Wahl übertragen. 

 

7 Werbesendungen

Vor einigen Jahren fluchte mein Postbote fürchterlich. Es war heiß und er strampelte sich auf seinem nicht elektrifizierten Postfahrrad mächtig ab. Und zwar nicht nur, um uns Post zukommen zu lassen, sondern auch, um jede Menge Werbesendungen in die Briefkästen zu stopfen. Diese Werbesendungen wogen schwer im Postradl, machten dem Postboten jede Menge Arbeit, waren meist in Plastik eingeschweißt und landeten beim Empfänger im Überwiegenden direkt im Müll. 

 

Auch ich las diese Wurfsendungen nie, sondern ärgerte mich über sie. Doch brachte mich erst der Postzusteller darauf, einen Aufkleber auf den Briefkasten zu kleben.

 

"Bitte keine Wurfsendungen & Werbezeitschriften" prangt nun an meinem herrlich luftigen, von Werbesendungen unverstopften Briefkasten, in den die Post nun leicht hineingleiten kann. Und mein Altpapier hat sich mächtig reduziert. 

 

8 Flüssigseifen, Duschgel, Spüli, Zahnpasta & Cremes

Flüssigseifen, Duschgel, Spülmittel aber auch Cremes sind allesamt in oftmals voluminösen Plastikverpackungen erhältlich. Sie sind sperrig und natürlich Abfall, sobald die Packung oder Tube leer ist.

 

Während ich auf meine Gesichtscreme in der Tube noch nicht verzichten mag (immerhin wähle ich eine tierversuchsfreie Biocreme ohne Microplastik) findet sich bei mir nur mehr Haarseife, Handseife und Körperseife in fester Form. Auch eine feste Spülseife möchte ich zeitnah testen. Das spart schon eine ganze Menge Plastikmüll. Wie es um meine plastikfreie Zahnpflege ausschaut erfährst du hier.

 

Alternativen:

=> feste Seifen für Haare, Körper & Hände,

=> feste Spülseife,

=> abfüllbare Kosmetika oder Hautöle statt Cremes in der Tube oder im Einmaltigel,

=> selbst hergestellte Kosmetika
(z.B. Deo: 100 ml abgekochtes lauwarmes Wasser mit 2 Tl Natron und 10 Tropfen Lavendel oder Rosenöl mixen und in einem dunklen Sprühglas (aus der Apotheke) aufbewahren. Fertig ist das Deo!)

 

9 1.000 und 10 Putzmittel?

Meine Großmutter war eine hingebungsvolle "Putzerin". Sie liebte es, wenn es im Haus frisch duftete, glänzte und glitzerte. Kein Stäubchen lag herum. Und jede Oberfläche wurde mit unterschiedlichen Mittelchen auf Hochglanz poliert. 

 

Die Liebe zum Glanz habe ich von ihr geerbt. Doch die Vorliebe für einen fast leeren Putzmittelschrank ist neu. Nicht zuletzt, weil viele Putzmittel für mich unangenehm riechen, meine Atemwege reizen oder erschreckend schlecht abbaubar sind.

 

Wir benötigen eigentlich nur vier Mittel für unseren Haushalt:

 

Alternativen:

=> Essigessenz oder Zitronensäure zum Reinigen und Entkalken von Bad, Küche und Küchengeräten.

=> Spüli für die Fenster und das Bad.

=> Waschmittel.

=> Pflegeöle für Parkett und Holzmöbel.

 

10 Umverpackung für Sojaprodukte, Süßigkeiten und Snacks

Ich gebe zu: Wir sind echte Schleckermäuler. Und mir gelingt es noch lange nicht, auf Schoki oder gekaufte Kekse zu verzichten. Zwar backe ich viel selbst, doch sind die Umverpackungen von Snacks neben denen von unseren Sojaprodukten diejenigen, die allzu reichlich unsere Plastiktonne füllen.

 

Alternativen:

=> Süße Plätzchen und salzige Snacks selber herstellen.

=> Sojaprodukte im Glas kaufen (gibt es in einigen unverpackt-Läden).

=> Tofu selber herstellen (habe ich mich noch nicht herangewagt).

=> Schokolade und Naschereien im unverpackt-Laden oder am Büdchen kaufen.

=> Asket werden und nichts mehr naschen. ;-(

 

Du siehst, auch bei mir ist noch ordentlich Luft nach oben. Aber ich freue mich sehr über meine Fortschritte. Denn: In unserem 8-Parteien-Miethaus sind wir eindeutig diejenigen, die den wenigsten Müll produzieren - besagt zumindest meine Müllbeutelbeschau. ;-)

 

Worauf verzichtest du im Haushalt?

Was macht dich zur less waste HeldIn?

 

Neugierige Grüße,

deine Inga

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